Die Familie

Der Mensch braucht nicht nur Bildung, sondern auch Geborgenheit, Liebe und Anerkennung. In seinen ersten Lebensjahren braucht er Erziehung, die ihm gewaltlos den Weg weist, um zu anderen Menschen offen und mit Respekt in Beziehung zu treten. Dies alles erfährt er idealerweise zuerst in der Familie. Sie gibt ihm die Kraft und den Mut, sein Leben selbstbewusst und mit Respekt vor anderen zu gestalten. Auch auf seinem weiteren Lebensweg kann die Familie Liebe, Geborgenheit und Anerkennung spenden. Die Familie erfüllt daher wichtige Aufgaben und deshalb ist es auch richtig, dass das Grundgesetz die Familie schützt.

Unser Familienbild ist offen: Familie ist für uns das gemeinsame Zusammenleben von Erwachsenen mit Kindern, in dem die Erwachsenen dauerhaft Verantwortung für die Kinder übernehmen, oder von Erwachsenen, in dem diese dauerhaft Verantwortung füreinander übernehmen. Nur dieses offene Familienbild wird der Wirklichkeit gerecht. Denn die Aufgaben der Familie übernehmen heute nicht mehr nur Lebensgemeinschaften von leiblichen Eltern mit ihren Kindern oder die Ehe samt klassischen Verwandtschaftsverhältnissen. In der Wirklichkeit von heute leben beispielsweise Alleinerziehende mit Kindern, Patch-work-Familien oder schwule oder lesbische Paare mit Kindern oder ohne Kinder. Menschen ohne geschlechtliche Beziehung zueinander bilden auf Dauer angelegte Gemeinschaften, um sich etwa die Unabhängigkeit von Alten- und Pflegeheimen zu bewahren oder um schlicht das Leben zusammen zu meistern. In all diesen Formen nehmen Menschen aus freier Entscheidung Verantwortung füreinander wahr und bilden Verantwortungsgemeinschaften. Deshalb sind diese Verantwortungsgemeinschaften ebenso schutzwürdig wie die klassische Familie. Für den Schutz und die Förderung der klassischen Familie wie der modernen Familie im Sinne einer Verantwortungsgemeinschaft setzen wir uns ein.

Viel zu lange hat die Politik Familien mit Kindern als selbstverständlich vorausgesetzt und geglaubt, dass sie ihre Aufgaben voraussetzungsfrei erfüllen können. Die Wirklichkeit ist jedoch anders: Viel zu häufig müssen Menschen, die eine solche Familie planen, zweifeln, ob sie sich dafür entscheiden können. Sie müssen zwischen Kindern und Karriere entscheiden. Sie müssen zwischen der finanziellen Sicherheit mehrerer Einkommen oder der Gewissheit, dass die eigenen Kinder den ganzen Tag über gut versorgt sind, entscheiden. Das wollen wir ändern! Die Arbeitswelt soll genügend Raum für die Gründung von Familien mit Kindern lassen. Weder Frauen noch Männer sollen zwischen Beruf und Kindern entscheiden müssen, sondern beides soll in ihrem Leben vereinbar sein. Wer Kinder erzieht, soll dadurch keine Sorge um seine finanzielle Absicherung im Alter haben müssen.

Leben in einer klassischen oder modernen Familie Kinder, so steht an erster Stelle das Kindeswohl. Dies folgt aus der Verantwortung der Eltern aufgrund ihrer freien Entscheidung für Kinder. Damit diese Entscheidung wirklich frei ist, setzen wir uns für Aufklärung unabhängig von kultureller Tradition, Herkunft und Geschlecht ein.

 Der Staat soll Familie unterstützen. Er kann und soll sie aber nicht als gesellschaftliche Institution ersetzen: Er kann es nämlich nicht, weil Geborgenheit und Liebe nur durch persönliche Verbundenheit, niemals aber im Wege staatlicher Aufgabenerfüllung vermittelt werden können. Er soll es aber auch nicht, da eine staatliche Einheitserziehung nicht selbstbewusste Individuen hervorbringt, sondern uniforme Charaktere. Eingriffe durch staatliche Institutionen soll es nur in Fällen geben, in denen eine Familie ihre Fürsorgepflichten für die Kinder, die in ihr leben, grob vernachlässigt. Das Erziehungsrecht darf den Eltern auch im Interesse des Kindes nur dann entzogen werden, wenn das Kindswohl dauerhaft gefährdet ist. 

Termine

07.07.2012 - 11:00 - 08.07.2012 - 14:00 Uhr

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