Die Erde
Ein glückliches und sinnerfülltes Leben ist nur auf einer Erde möglich, in der die natürlichen Lebensgrundlagen intakt sind. Der Mensch ist verpflichtet, die Natur in ihrer Vielfalt und Einzigartigkeit für die derzeitigen und die nachfolgenden Generationen zu bewahren.
Deshalb steht Humanistischer Liberalismus für die Fortentwicklung der sozialen Marktwirtschaft zur sozialen und ökologischen Marktwirtschaft. Wir setzen vorrangig auf die Effizienz und das Innovationspotenzial von marktwirtschaftlichen Instrumenten, um die Ökosysteme der Erde zu bewahren. Denn der Schutz der Erde ist letzten Endes auch eine Frage der nachhaltigen Ressourcennutzung und verantwortlichen Überformung der Natur: Er verlangt danach, dass wir nur diejenige Menge an Ressourcen nutzen und nur diejenigen Veränderungen an der Natur vornehmen, die unsere Ökosysteme verkraften können, um mehr Wohlstand für mehr Menschen zu verwirklichen. Marktwirtschaft mit den richtigen Rahmenbedingungen sorgt dafür, dass Ressourcen möglichst schonend genutzt werden. Zu diesen Rahmenbedingungen gehört, dass Preise für die Ressourcennutzung auch die ökologischen Kosten widerspiegeln. Daher setzen wir uns für eine marktwirtschaftliche Preisbildung von ökologischen Produktionsfaktoren ein. Wege dazu sind beispielsweise Emissions-Zertifikate.
Beim Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen handelt es sich oftmals auch um globale Herausforderungen. Hier sind alle Staaten der Erde aufgefordert, ihren angemessenen Beitrag zu leisten. Die Industrienationen stehen hier besonders in der Pflicht. Aber auch neu aufstrebende Staaten und Entwicklungsländer sind gefragt. Ihr Beitrag wird jedoch nur dann angemessenen sein, wenn Wege gefunden werden, um allen Staaten Wirtschaftswachstum auf eine umweltverträglichere Weise zu ermöglichen als es die Industrienationen in der Vergangenheit generiert haben. Denn einerseits werden die Ökosysteme weltweites Wachstum nach diesem Vorbild nicht verkraften und andererseits hat niemand das Recht, den Menschen in aufstrebenden Staaten und den Entwicklungsländern den Wunsch nach mehr Wohlstand zu verbieten. Solche Wege werden die Entwicklungsländer nur einschlagen können, wenn ihnen die Industrienationen hierfür Wissen zur Verfügung stellen, das für dieses umweltverträgliche Wachstum notwendig ist.
Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen heißt auch Schutz der Artenvielfalt. Denn ohne Artenvielfalt gibt es keine stabilen Ökosysteme. Je ärmer die Welt an Arten wird, desto labiler werden auch ihre Ökosysteme und umso leichter werden diese selbst durch kleinere Veränderungen ihrer Umweltbedingungen gefährdet.
Der Grundgedanke des Humanistischen Liberalismus ist Menschlichkeit. Doch auch eine Ethik, deren Fundament der Mensch selbst ist, erkennt ganz selbstverständlich unsere menschenrechtliche Verantwortung für andere Lebewesen an. In diesem Geist setzt sich der humanistische Liberalismus für Tierschutz ein; unnötiges Leid soll verhindert werden und artgerechte Lebensumstände sind, wo immer möglich, zu gewährleisten.

