Der Mensch

Der Mensch ist Grund und Grenze der Politik. Er ist ihr Grund, weil es nur dort für sie Aufgaben geben kann, wo Menschen ihre verschiedenen Interessen nicht selbst in einen gerechten Ausgleich bringen können. Der Mensch setzt der Politik Grenzen, da jeder politische Gestaltungsanspruch spätestens dann endet, wenn sie Menschenrechte verletzt. Weil der Mensch Grund und Grenze der Politik ist, ist er auch weit mehr als eine Messgröße, um die Wirklichkeit zu analysieren. Seine Würde und seine Freiheit sind das Fundament unserer Ethik. Deshalb ist Humanistischer Liberalismus keine Methodenschule der Wirtschafts- oder Sozialwissenschaften. Er ist Vision für ein gelungenes Zusammenleben freier Menschen.

Jeder Mensch ist an Freiheit gleich. Weder Geschlecht noch Herkunft, weder kulturelle, oder religiöse Identität noch sexuelle Orientierung machen hier einen Unterschied. Wo diese Gleichheit an Freiheit der Menschen bestritten wird, wollen wir sie verteidigen, und wo sie verloren ist, wollen wir sie wieder herstellen.

Jeder Mensch ist einzigartig. Seine Vorlieben und Neigungen, seine Fähigkeiten und Interessen sowie seine eigenen Erfahrungen machen ihn unverwechselbar. Wir wollen Freiräume schaffen und sichern, damit jeder Mensch gemäß seinen eigenen Vorstellungen und Neigungen sein Glück suchen und ein sinnerfülltes Leben in Selbstbestimmung und Eigenverantwortung führen kann. Die Bindungen, auf die jeder Mensch angewiesen ist und die er auf seinem Weg zu Glück und Sinn eingeht, soll er aus eigener Entscheidung begründen und lösen können.

Der Mensch ist auf Bildung und Erziehung angewiesen, um sich erfolgreich auf die Suche nach Glück und Sinn zu begeben. Denn Bildung setzt ein Mindestmaß an Erziehung voraus und erst Bildung ermöglicht es dem Menschen, seine eigenen Neigungen und Fähigkeiten zu erkennen und sich als Persönlichkeit vollständig zu entfalten. Bildung vermittelt ihm die Fähigkeit, sich durch eigene Leistung materielle Unabhängigkeit zu erarbeiten. Deshalb nimmt in einer Welt mit immer mehr immer besser ausgebildeten Erwerbstätigen die Bedeutung von Bildung für den persönlichen Lebensweg zu. Bildung versetzt den Menschen aber auch in die Lage, die eigene Umwelt kritisch zu hinterfragen und so die geistige Freiheit zu erlangen, um nicht bloßer Spielball anderer zu werden – sei es in Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft. Deshalb hat Bildung so große Bedeutung für die Fähigkeit, Freiheit wirklich zu leben, dass jedem Menschen der Zugang zu Bildung nach seinen Fähigkeiten und Neigungen zusteht. Niemandem darf der seinen Neigungen und Fähigkeiten gemäße Bildungsweg weder aufgrund seiner eigenen finanziellen Situation oder der seiner Familie noch aufgrund seiner Milieuzugehörigkeit verwehrt sein.

 Bildung hat aber nicht nur in den ersten Lebensphasen eines Menschen Bedeutung. Lebenslanges Lernen wird immer wichtiger. Denn in einer Welt immer schnellerer Veränderungen benötigen Menschen ihr ganzes Leben lang stets neue Kenntnisse und Fähigkeiten, um ein glückliches und sinnerfülltes Leben zu führen. Als Konsequenz muss Bildung besonderen Wert auf Kulturtechniken legen, die für Lebenslanges Lernen unerlässlich sind, und Lerntechniken vermitteln. Dazu gehören der Umgang mit Informationstechnologien und die kritische Würdigung von Information. Wer weiß, wie man lernt, braucht im Zeitalter des Lebenslangen Lernens auch Angebote zur Weiterbildung. Den Zugang zu Bildung und Lebenslangem Lernen soll der Staat fördern, damit auch jeder Mensch Zugang zu Informationen und Weiterbildung erhält. Denn der Zugang zu Informationen nimmt Einfluss darauf, ob ein Mensch selbstbestimmt handeln kann oder manipulierbar wird. Fördern heißt nicht, dass der Staat die Bildungsangebote selbst organisieren muss. Er kann ebenso gut Leistungen für die Wahrnehmung privater Bildungsangebote gewähren. 

Termine

07.07.2012 - 11:00 - 08.07.2012 - 14:00 Uhr

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